Pater Tobias in Berichten
- 100 km Ultramarathon geschafft
- Pater erteilt Seelsorgestunden in der 2. Klasse
- Spendenmarathon 2010
- Interview mit Pater Tobias (zur Gemeindeeinführung 2008)
- Für das Herz, die Bedürftigen und die Kinder! (Bericht aus dem Magazin "Sport Heute")
- Dreharbeiten über Pater Tobias und seine Projekte (von SAT1)
Ansprechpartner
Pater Tobias
Telefon: (0203) 58 13 23
Handy: (0173) 63 46 961
Email: pater.tobias(at)bistum-essen.de
100 km Ultramarathon geschafft
In Biel angekommen, wurden erst einmal die Startunterlagen abgeholt. Eine kleine Marathonmesse war im Umfeld aufgebaut. War aber nicht der Renner. Frau Helga Euskirchen, eine gute Bekannte von mir, verteilte in den nächsten Tagen Flyer für meinen Spendenaufruf.
Am Freitagabend um 22.00 Uhr ging es dann an den Start. Ein paar Interviews für den Bieler-TV-Sender und die Spannung stieg gewaltig. Dann fiel der Startschuss und es ging langsam los. Zu Beginn habe ich einfach zu viel Gas gegeben. Bei km 21 hatte ich schon fast meine Bestzeit zu Marathonzeiten erreicht. Also deutlich bremsen um die Distanz von 100 km zu schaffen. Der Lauf war schon sehr hart. Nach 26 km bekam ich schon die ersten Schwierigkeiten mit meinem rechten Bein. Ging aber vorüber.
Es war eine sehr laue Nacht, einfach schön zum laufen. Mein Auszubildender Frank Kreppert hat mich bei meinem Lauf mit dem Fahrrad begleitet. Einige Strecken konnte er aber nicht mitfahren, da es in der dunklen Nacht über schmale Feldwege und über Waldwege führte.
Die ersten Kilometer ging es durch die Stadt, wo viele Menschen klein und groß am Straßenrand uns anfeuerten. Eigentlich war das in jedem Dorf so. Kleinere Dörfer hatten in dieser "Nacht der Nächte" kleinere Volksfeste gefeiert. Wunderbar und für uns Läufer ein großer Ansporn weiter zu laufen. Der ganze Lauf war sehr unregelmäßig mit Höhenunterschiede von 300 bis teilweise 900 Metern. Alle 5 km gab es Getränkesstände, darauf hatte ich mich immer konzentriert. Jedes nächste 5-Kilometer-Schild hatte ich im Visier. Meine Beleitung hatte dann die persönliche Verpflegung (kleine Snacks etc.) dabei. Aber manchmal ging mir Frank aber auch auf den Zwirn. Wenn er immer hinter mir herfuhr, als ob er mich treiben wollte. Ein kleiner ernster Blick und er fuhr 500 Meter dann vor mir her. Ich brauchte beim Laufen meine Ruhe. Irgendwann hat er mich wohl übersehen und hat mich fast zwei Stunden gesucht. Zwei Stunden ohne meine persönliche Verpflegung macht mich ziemlich nervös, außerdem wusste ich nicht wo meine Begleitung geblieben war. Dann beim Getränkestand bei km 55 trafen wir uns wieder. Ich weiß nicht, wer auf wen aufpassen musste? Der Sonnenaufgang war einfach toll, die Landschaft unglaublich schön. Das sind Erfahrungen, die die Schmerzen in den Beinen vergessen ließen. Ein Fotograf von sport-heute.ch hat mich auf den Weg mit seiner Frau begleitet und wunderschöne Fotos gemacht. Sind aber erst ab Dienstag mit Laufbericht auf dieser Internetseite zu sehen, bzw. zu lesen.
Die letzten 5 km waren für mich eine Qual, Schmerzen über Schmerzen im rechten Knöchel. Dann ins Ziel angekommen, musste ich erst einmal richtig heulen und brauchte ein paar Minuten für mich alleine. Ich habe es wirklich geschafft 100 Kilometer an einem Stück ohne Pause zu laufen. Und das mit einer Zeit von 12:26 Stunden. Als ich die Urkunde und Medaille bekam sah ich, dass ich den 506. Platz bei 1000 Männern belegt hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Für mich war das Ziel anzukommen. Nach einer kurzen Erholungsphase wurde ich dann ins Hotel gebracht. Bis auf eine kleine Schwellung im rechten Knöchel geht es mir gut.
Exclusivbericht zum Ultramarathon 2010 bei
www.sport-heute.ch
hier zu finden (3 Teile)
Pater erteilt Seelsorgestunden in der 2. Klasse
Der Projekt LebensWert Spenden-Marathon 2010
- 20.03.2010 i n Steinfurt
42,195 km Marathonlauf - 11.06.2010 in Biel/Schweiz
100 km Ultra-Marathonlauf - 26.09.2010 in Berlin
42,195 km Marathonlauf
Bei meinen drei Marathonläufen werde ich mit Gottes Hilfe 184,39 km Strecke hinter mich gebracht haben.
Unterstützen Sie das Projekt LebensWert und meinen Lauf durch Ihre Spende. Jeder Kilometer, für den Sie spenden, hilft uns bei unserer konkreten Arbeit für Bedürftige.
Als gemeinnütziges Projekt ist unser Projekt-Team auf Ihre Spende angewiesen. Jede Hilfe ist willkommen. Unser Spendenkonto fi nden Sie auf der Rückseite des Flyers. Werden Sie aktiv und damit Teil unseres Teams! Wir danken Ihnen im Namen derer, die wir unterstützen, für Ihr Engagement.
Interview mit Pater Tobias
Sie sind Prämonstratenser in der Abtei Hamborn, und jetzt fragen wir uns, welche Wege Sie hierher geführt haben?
Das ist ein ganz langer Weg, weil ich 5½ Jahre bei BMW als Einzelhandelskaufmann und Ausbilder gearbeitet habe, bevor ich hier in die Ordensgemeinschaft eingetreten bin. Ich bin nicht den direkten Weg, sondern über den 2. Bildungsweg gegangen. Ich habe dann 1987 das Abitur auf einem humanistischen Gymnasium in Neuss nachgemacht, und nach dem Abitur habe ich mich umgeschaut. Ich wollte Priester werden, ins Kloster gehen, nur welches Kloster, das wusste ich damals noch nicht.
Wie kam es dazu, dass Sie nach 5½ Jahren bei BMW Ihr Abitur nachmachten und schließlich Priester wurden?
Ich habe noch 6 Geschwister und bin auf dem Bauernhof groß geworden. Damals hatte ich als 15jähriger mit der Kirche eigentlich wenig zu tun. Meine Mutter ist zu dieser Zeit gestorben, und da habe ich den lieben Gott nicht mehr verstanden, wieso er so etwas zulassen kann und wollte auch nichts mehr großartig mit Gott zu tun haben. Ich bin zwar ab und zu in die Kirche gegangen, war auch Messdiener, aber eine Beziehung zu Gott hatte ich nicht mehr. Erst als 20/21jähriger kam ich dann wieder dazu, als mich der im letzten Jahr verstorbene Pater Gottfried, der damals mein Heimatpfarrer auf Cappenberg war, eines Tages mal ansprach. Bei einem gemeinsamen Essen sprachen wir über Gott und die Welt. Irgendwann kam dann bei mir der Gedanke, mich zu verändern, also von BMW wegzukommen. Ich wollte BWL studieren, doch dazu musste ich erst einmal mein Abitur nachmachen. Pater Gottfried empfahl mir das Gymnasium in Neuss. Nach meinem Abitur reifte in mir der Gedanke, Ordensmann zu werden. Also, das Gespräch mit Pater Gottfried war der entscheidende Punkt, die Wende. Ich habe mich nicht von heute auf morgen entschieden Priester zu werden, mir ist auch nicht die Mutter Gottes erschienen, habe keine Visionen gehabt – Gott sei dank, sondern es ist ein innerer Prozess, eine Berufung.
Wieso wollten Sie nicht Weltpriester, sondern Ordensmann werden?
Ich wollte nie Weltpriester werden, sondern ich wollte in einer Gemeinschaft von Priestern leben. Zu den Prämonstratensern kam ich schließlich durch Pater Gottfried, wobei ich mir vorher auch andere Ordensgemeinschaften angesehen habe.
Wann haben Sie sich endgültig entschieden in die Abtei Hamborn einzutreten und wie verlief Ihr Weg dann?
Ich habe mich 1987 entschieden hier in die Abtei Hamborn einzutreten. Nach einem einjährigen Noviziat habe ich anschließend bis zu meinem Vordiplom in Innsbruck und danach in München Theologie und Philosophie studiert. 1993 habe ich das Studium mit dem Lizenziat der Theologie abgeschlossen und bin auch im gleichen Jahr zum Diakon geweiht worden. Kurz darauf bin ich wieder zurück nach München zurückgegangen. Dort war ich für 6 Monate an der Offiziersschule in Fürstenfeldbruck und für fast 8 Monate an der Universität der Bundeswehr in München im Bereich Militärseelsorge tätig. Ende Mai 1994 wurde ich hier in der Abtei zum Priester geweiht und eine Woche später war meine Primiz in meiner Heimatpfarrei Cappenberg. Auch hiernach bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe die Aufgabe als Militärpfarrer im Nebenamt übernommen.
Sie sagten vorhin, dass Sie in Essen als Militärseelsorger tätig waren – wie kommt es, dass Sie das nicht mehr in München machten bzw. seit wann sind Sie denn richtig hier in Hamborn?
Im Sommer 1995, nachdem im Frühjahr die Abtwahl war, kam der Anruf von Abt Albert, „Tobias, wir möchten gerne, dass Du Prior, mein Stellvertreter, wirst.“ Naja, ich habe dann eine Nacht überlegt und am nächsten Tag angerufen, dass ich wieder nach Duisburg zurückkomme. Ich bin schließlich auch hier eingetreten und nicht in München. Ich habe München wirklich mit weinenden Augen verlassen. So war ich dann von 01.08.1995 bis 01.08.2004 Prior der Abtei und von 1995 bis 2004 als Militärseelsorger in Essen, später noch für ein halbes Jahr in Wesel, tätig.
Jetzt haben Sie ganz viel von Ihrer Aufgabe in Essen erzählt. Aber was macht Pater Tobias denn als Kämmerer der Abtei Hamborn?
Als Kämmerer habe ich dafür zu sorgen, dass das Haus, dessen äußerer Zustand und der Fuhrpark in Ordnung gehalten werden. In den letzten drei Jahren wurde unser Kreuzgang für 218.000,00 EURO renoviert. Vor allem betreue ich die Mitbrüder in finanzieller Hinsicht. Ich führe die Konten, in die alle Gehälter eingehen. Ein Teil wird für die Mitbrüder für die Altersversorgung angelegt, da wir im Alter keine Rente erhalten. Meine Sekretärin, Frau Höffner, steht mir bei meiner Arbeit zur Seite. Sie macht die Buchhaltung, die Lohn- und Gehaltsabrechnungen, gemeinsam mit unserem Steuerbüro. Als nächstes Projekt steht unser Erweiterungsbau des Klosters an. Wir müssen im nächsten Frühjahr ein Gebäude anbauen, da wir keine weiteren Zimmer mehr für unsere jungen Mitbrüder zur Verfügung haben. Auch benötigen wir behindertengerechte Zimmer, unsere Mitbrüder werden langsam auch älter und müssen vielleicht auch gepflegt werden.
Neben Ihren Studien haben Sie auch noch etwas anders gelernt.
Ja, ich habe noch zwei zusätzliche Ausbildungen durch Fernstudien absolviert. 2½ Jahre habe ich eine Ausbildung im Bereich Changemanagement in Freising gemacht. Dort ging es in erster Linie um Personalentwicklung/Persönlichkeitsentwicklung und Selbstentwicklung. Heute kommen Führungskräfte zu mir, die ausgebrannt sind oder auch andere Probleme haben, sie begleite ich langfristig und versuche sie wieder FIT zu machen. Der Bischof von Essen hat mich im letzten Jahr zum „Geistlichen Berater“ des Bundes der Katholischen Unternehmer (BKU) ernannt. Ein zweites 2½jähriges Fernstudium habe ich am Institut für Publizistik in München als Journalist gemacht. Seit einigen Monaten gehöre ich dem Lesebeirat der WAZ an und bin selber Chefredakteur und Herausgeber des Ethik-Life-Style-Magazins „VorSicht-Kult(o)ur“. Fünf Redakteure (freie Journalisten), eine Bürokraft und eine Agentur stehen mir zur Erstellung dieses Magazins zur Verfügung.
Seit 2002 waren Sie Leiter des Abteizentrums Hamborn, davon hat man sehr viel in den Medien gelesen. Ende November haben Sie diese Aufgabe aufgegeben. Warum?
Meine Aufgabe war es das Haus mit „Leben“ zu füllen. Abt Albert hat mich 2002 als Leiter des Abteizentrums, welches der Katholischen Kirchengemeinde St. Johann gehört, eingesetzt. Mit einem guten Team, haben wir das Abteizentrum aufgebaut. Ein Tagungs- und Kulturzentrum und ein Tourismusbüro eingerichtet, Einkehrtage und Besinnungstage durchgeführt und später die Kompetenz-Center Mensch (KOM) GmbH gegründet. Im letzten Jahr hat der Geschäftsführer der KOM, Herr Bertram, zum großen Teil das Haus, sowie auch die Gastronomie, den Abteikeller, angemietet. Zwei Auszubildende, die ich selber zum Veranstaltungskaufmann ausgebildet habe, führen jetzt mit Herrn Bertram das Abteizentrum. Zur KOM gehört auch, dass Führungskräfte im Haus geschult werden. Dort bin ich als Dozent, neben Medizinern, Juristen und Psychologen tätig. Den Klosterladen (Klostervertriebsgesellschaft mbH) habe ich am 15.12.2007 aufgebaut. Er wird jetzt von einem Mitarbeiter des Klosters weitergeführt und ausgebaut. Meine Aufgabe, das Haus mit „Leben“ zu füllen, hat sich also erfüllt und die Arbeit war soweit getan. Jetzt müssen es andere wirtschaftlich weiterführen.
In den Zeitungen liest man viel über Ihr Projekt LebensWert, was hat es damit auf sich?
Die Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH habe ich am 01.03.2008 gegründet, und gleichzeitig bin ich auch der Geschäftsführer. Unsere Büros findet man, An der Abtei 42, nicht weit von der Abtei entfernt. Zu dieser gemeinnützigen GmbH gehören: Seelsorgliche Begleitung von Führungskräften, Einkehr- und Besinnungstage, Magazin „VorSicht-Kult(o)ur, Tourismusbüro und das Projekt LebensWert, Rat und Tat für Bedürftige.
Mit Hilfe der Stiftung Deichmann konnten wir das Projekt LebensWert, Rat und Tat für Bedürftige aufbauen. Die Stiftung finanziert uns eine Sozialarbeitern, Frau Hermes. Uns geht es darum bedürftige Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Frau Albayrak leitet das Büro. Näheres findet man auch auf der Internetseite: www.projekt-lebenswert.de.
Und wie sieht es bei der Fülle von Aufgaben mit Ihrer Freizeit aus?
Freizeit habe ich kaum. Der Tag endet für mich so um 23.30 Uhr. Morgens um 5 vor 6 Uhr beginnt für mich der Tag. Festgesetzte Zeiten sind in unserem Kloster die Gebetszeiten: 7.15 Uhr Frühchor, 12.30 Uhr Mittagshore und um 18.15 Uhr die Vesper, die ich versuche einzuhalten. Es gibt auch keinen freien Tag in der Woche. Wenn ich mal ausgepowert bin, nehme ich mir auch schon mal Zeit um aufzutanken. Ansonsten treibe ich sehr viel Sport. Seit zwei Jahren laufe ich Marathon (42,195 km). 3-5 Mal im Jahr nehme ich an Marathon-Wettkämpfen teil. Meine Bestzeit liegt bei 3:36 Std. Mein Ziel ist 3:00 Std. zu erreichen. Ein Highlight war für mich der New-York-Marathon am 2. November 2008. Ein Sportmediziner und ein Diagnostikinstitut in Essen begleiten mich. Mein Trainingsplan umfasst 80 -120 km in der Woche. Die laufe ich immer zwischendurch, wenn es die Zeit erlaubt. Aber es hält mich FIT für die seelsorglichen Aufgaben, auch die, die noch auf mich zukommen. Beim Laufen bekomme ich einen freien Kopf, kann Stress abbauen und komme auf neue Ideen. Alle Läufe, die ich mache, sind Sponsorenläufe. Das erlaufene Geld kommt bedürftigen Menschen zu Gute. Weitere Informationen können Sie auch auf meiner Internetseite: www.pater-tobias.de sehen.
Und jetzt sind Sie ab dem 01.12.2008 Pastor an Herz-Jesu in Neumühl.
Der Bischof von Essen, Dr. Felix Genn, bat Abt Albert darum, zwei Mitbrüder für die Seelsorge in den benachbarten Gemeinden einzusetzen. Darauf fragte Abt Albert mich, ob ich mir vorstellen könnte, an Herz-Jesu Pastor zu werden. Nach einigen Überlegungen habe ich zu gestimmt. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe. Ich bitte aber auch darum, dass ich in meinen seelsorglichen Aufgaben von der Gemeinde unterstützt werde.
























