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Pater Tobias in Berichten

Ansprechpartner

Pater Tobias

Telefon: (0203) 58 13 23
Handy: (0173) 63 46 961
Email: pater.tobias(at)bistum-essen.de

Der Trainer Gottes

DIE ZEIT Ausgabe 20/2012

Coaching

Im Kloster suchten Manager bisher nur Ruhe. Jetzt beraten Ordensleute Unternehmen und machen Führungskräfte fit. Ein Besuch bei Pater Tobias Breer, der in Duisburg als Coach erfolgreich ist.

Das Kloster Hamborn liegt alles andere als lauschig. Nicht am Waldesrand oder an einem meditativen See wie bei Klöstern üblich, die man als Weltlicher gerne aufsucht, nein, mitten im lauten Duisburg: auf der einen Seite die Autobahn, verstopft wegen eines Unfalls und weil einer der Beteiligten auf der linken Spur herumhüpft und das gegnerische Auto mit Fußtritten traktiert. Auf der anderen Seite ThyssenKrupp. Zur dritten hin der Stadtteil Marxloh mit Deutschlands größter Moschee. Nur auf der vierten Seite ist es ruhig; hier ist der Friedhof.

Auch das Kloster selbst ist kein malerisches Ensemble, sondern ein Mix aus Gebäuden im Stil des 18. Jahrhunderts und der siebziger Jahre sowie einem modernen dreistöckigen Architektenentwurf. Allein die Pforte ist, wie sie sein muss: ein wuchtiges Holzt

Die Tür donnert zu. Endlich Stille. Durch bodentiefe Fenster geht der Blick in einen Garten, durch den Finken und Amseln flattern. Um den nächsten Innenhof verläuft ein romanischer Kreuzgang. Vor der Kirche sammeln sich Mönche zum Gebet.

Ich bin nicht zum Beten hier. Ich bin hier, um einen Coach zu treffen. Einen ganz besonderen. Einen katholischen Priester und Ordensmann, der Manager coacht. Einer der Ordensleute tritt lächelnd auf mich zu. Schmal, Schnauzer, strahlende Augen. Prämonstratenserpater Tobias A. Breer, 48 Jahre, Seelsorger, Erfolgstrainer, Gründer des »Kompetenzcenters Mensch«, das in dieser Abtei beheimatet ist. Zu ihm reisen Unternehmer, Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzende aus ganz Deutschland. Ein Geistlicher als Coach, das ist bei deutschen Führungskräften ein großer Trend. Manchmal fährt er auch zu ihnen, um sich ein Bild ...

Laufen gegen Kinderarmut in Duisburg

BistumEssen 9. Mai 2012:

Pater Tobias kann seine Marathon-Einsätze kaum noch zählen

Training muss sein. 80 bis 120 km in der Woche läuft er und bereitet sich so auf die nächsten Marathonläufe vor. Eigentlich nichts Besonderes. Doch in den Laufschuhen stecken die Füße eines Ordensmannes, und der ist Pater Tobias Breer, ein durchtrainierter und motivierter Leistungssportler, der das Laufen zu seinem Hobby gemacht hat. So sieht er jedenfalls aus.

Doch wenn er das Laufband verlässt und seiner eigentlichen Tätigkeit nachgeht, merkt man erst, was seine eigentliche Bestimmung und Profession ist. Denn der 48-jährige Läufer gehört der Prämonstratenser-Abtei in Duisburg-Hamborn an, ist Finanzchef des Klosters, Pastor der Gemeinde Herz Jesu im Stadtteil Neumühl und Geschäftsführer des Projektes „LebensWert“.

Pater Tobias entspricht überhaupt nicht dem Bild, das viele von Mönchen haben. Seine Leidenschaft, das Marathonlaufen, ist für ihn einer seiner vielen „Jobs“. Denn der umtriebige Pater ist laufend auf der Suche nach Sponsoren – im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Läufe verbindet er mit dem guten Zweck und läuft seit sechs Jahren mit Leib und Seele gegen die Armut in Duisburg. Und dafür nimmt er gerne einen Marathon oder auch schon mal einen 100-Kilometer-Ultramarathon in Kauf.

So wird er  am 20. Mai beim 49. Rhein-Ruhr Marathon in Duisburg um 9.20 Uhr auch wieder an den Start gehen. Auf diese erneute Herausforderung freut sich der „Marathon-Pater“ ganz besonders, da er bei diesem Lauf einen Heimvorteil hat. Denn seine Fans und Mitglieder seiner Gemeinde werden ihn sicherlich wieder mit Transparenten und laustarken Anfeuerungsrufen  dazu antreiben, die „letzten Körner“ zu mobilisieren. „Eine solche  Unterstützung motiviert mich immer zusätzlich bei dem Gefühl, etwas Gutes zu tun“, so Pater Tobias.

Dank seiner Leidenschaft für den Marathonlauf sammelt er bei jeder Gelegenheit Spenden für bedürftige Kinder. Mit dem Geld versucht er, deren Lebenssituation zu verbessern und erträglicher zu machen. Doch ist dies in den Augen des laufbegeisterten Paters „nur ein kleiner Beitrag“. Deshalb gründete er im letzten Jahr ein neues Projekt innerhalb des Projektes „LebensWert“, und zwar „KiPa“ - Kinderpatenschaften für arme Kinder. KiPa zielt auf die Förderung des sozialen Lebens von Kindern durch die Ermöglichung von Vereinsmitgliedschaften über Spenden. „Mit dem Erlös wird es Kindern aus einkommensschwachen Familien ermöglicht, eine Musikschule zu besuchen, einem Sportverein beizutreten, an anderen kulturellen Ereignissen teilzunehmen und sich so in die Gesellschaft zu integrieren“, erklärt Pater Tobias.

Unter dem Motto „Jeder Kilometer hilft helfen“ wird nach dem Jerusalem Marathon (März) und dem Marathon in Düsseldorf (Ende April)  in diesem Jahr noch drei weiteren Rennen die jeweils 42,195 km in Angriff nehmen: in Stockholm, Berlin und Amsterdam. Seine Bestzeit steht bei 3:36:13 Stunden. 2008 war er auch einer der rund 40.000 Teilnehmer beim Marathon in New York.

Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, kann diese auf folgendes Konto überweisen: Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH, Bank im Bistum Essen (Bankleitzahl: 360 602 95), Konto-Nr.: 10 766 010. (do/tb)

Pater Tobias 2011 : Rom war ganz besonders

DER WESTEN 21.12.2011
Duisburg-Neumühl.  
 Mehr als 250 Laufschritt-Kilometer in den Beinen für den Dienst an den Armen: Pater Tobias ging 2011 bei sechs Marathons an den Start

Für die katholischen Gläubigen in Neumühl ist er der engagierte Seelsorger der Pfarrei Herz-Jesu. Für seine Brüder in der Hamborner Abtei ist er derPrämonstratenser-Pater Tobias OPraem und für viele Menschen im Ruhrgebiet einfach der Marathon-Pater: In den Räumen seiner Agentur in Sachen Mitmenschlichkeit, dem ,Projekt Lebenswert’, sprach der kirchliche Tausendsassa Pater Tobias mit Redakteur Christian Balke über die Lust am Laufen und die Liebe zum Helfen.

 

Wie viel wiegen sie derzeit?

Pater Tobias: Gute Frage zu Beginn. Knapp 80 Kilo, glaube ich . . .

Und wie viel Gewicht verliert man bei einem Marathon? Oder, wie in ihrem Fall bei sechs Marathons, die Sie 2011 gelaufen sind?

Pater Tobias: Gewichtsverlust bei einem Marathon sind zwei bis drei Kilo, viel Flüssigkeit halt. Also 18 Kilo in diesem Jahr, wenn sie so wollen.

Freizeitsportlern empfehlen Ärzte maximal zwei Marathons pro Jahr, sie laufen dreimal so viel für die gute Sache. Wie laden sie die Akkus wieder auf?

Pater Tobias: Denke ich eigentlich auch selten drüber nach. Aber es stimmt schon, nach einem Lauf sind die Blutwerte erst mal im Keller. Vitaminreich essen, Kohlenhydratspeicher auffüllen, dann sind die Blutwerte nach vier Wochen wieder im Lot. Außerdem werde ich ja ständig medizinisch betreut.

Wie kamen Sie auf die Idee, Marathons für den guten Zweck zu laufen?

Pater Tobias: Mit Anfang 40 will man sich als Mann selbst etwas beweisen, also habe ich vor fünf Jahren mit Marathonlauf begonnen. Drei Monate Vorbereitung habe ich für meinen ersten Marathon gebraucht, dann war ich anschließend aber auch total fertig. Mittlerweile ist es eine sensationell tolle Erfahrung, so fit zu sein, sich selbst zu überwinden. Diese Erfahrung gebe ich auch bei den Motivationsseminaren weiter, die ja auch anbiete.

Wie kam es dazu, dass Sie angefangen haben, durch das Laufen Geld für hilfsbedürftige Mitmenschen zu sammeln? Eigentlich, sagten Sie ja gerade, dass ihre Motivation egoistisch war . . .

Pater Tobias (lacht): Ich habe Berichte über andere Sportler gesehen, die etwas ähnliches machten und da dachte ich mir, das kann ich doch auch! Hätte natürlich auch schiefgehen können. So aber erlaufe ich pro Jahr 20.000 bis 25.000 Euro für den guten Zweck.

Sie sprechen es gerade an – die Belastung für ist doch enorm. Laufen Sie sich nicht krank? Wo sind Sie 2011 überall gelaufen?

Beim letzten Marathon in 2011, in Frankfurt am Main, da bin ich krank an den Start gegangen, das war nicht klug. Deswegen war die Zeit auch schlecht. Außerdem bin ich in Marrakesch, Rom, Duisburg, beim Ultramarathon in Biel und in Essen am Baldeneysee gelaufen. Wäre alles unmöglich ohne meine Sponsoren und Unterstützer. Dank an alle!

Was was der Höhepunkt?

Duisburg war ein super Heimspiel, aber Rom war natürlich ganz besonders. Der Papst hatte vom Projekt Lebenswert und von mir gehört und hat mir schriftlich mitteilen lassen, dass er meine Arbeit wertschätzt und unterstützt. Das ist ganz fantastisch.

Was steht 2012 an und welches wäre ihr Traumziel als Marathon-Mann?

Der Höhepunkt 2012 wird der Marathon in Jerusalem sein. Mein Traumziel wäre der Boston-Marathon, der Marathon schlechthin, wo nur Läufer teilnehmen dürfen, die schneller als 3,30 Stunden laufen.

Apropos Träume: Viele Hilfsbedürftige, denen Sie und ihre Mitarbeiter im ,Projekt Lebenswert’ helfen, können sich dank ihrer Hilfe Dinge leisten, von denen sie sonst nur träumen könnten. Welche Schicksale haben sie 2011 besonders bewegt?

Pater Tobias: Prinzipiell natürlich alle Menschen, denen es schlecht geht, Kinder besonders, denn die sind unsere Zukunft. Aber das Schicksal der Familie, deren Haus an Weihnachten 2010 abgebrannt ist, war schon besonders schlimm. Die habe ich immer vor Augen, wenn ich laufe. Gerade vor dem Hintergrund sind unsere neuen ,Lebenswert’-Projekte „Kinderpatenschaft“ und „Jugendarbeitslosigkeit verhindern“ enorm wichtig.

Der Kampf um den Erhalt von Herz-Jesu war für Sie und ihre Gemeinde fast wie ein Marathon. War es nicht ein Pyrrhussieg, weil jetzt andere Kirchen geschlossen werden sollen?

Mit blutet das Herz bei jeder Kirche, die geschlossen wird und ich habe Verständnis für alle Gläubigen, die an ihrer Kirche hängen. Allerdings wird sich in Zukunft vieles in der katholischen Kirche ändern und wir müssen die Gläubigen dafür begeistern und mitnehmen.

Christian Balke

 

Interview mit Pater Tobias

Jeder Kilometer zählt - Projekt LebensWert 2010

Sonntag, Berlin: herbstliche Kälte, Regen
Pater Tobias startet mit 40.944 anderen Teilnehmern zum Berlin-Marathon.
Bereits nach 3:50:23 erreicht er das Ziel. Als 11.513er - die Gemeinde gratuliert und beglückwünscht zu der Leistung. Bravo!!

Über 23.000 Euro hat Pater Tobias in diesem Jahr durch Spender und Sponsoren gesammelt.
‘Jeder Kilometer zählt“ und ‘Wer etwas bewegen will, muss sich selbst bewegen“ unter diesem Moto startete er als Initiator des Projektes LebensWert bei insgesamt fünf Marathonläufen in Steinfurt, Mannheim, Duisburg, Biel und in Berlin. Dabei hat er insgesamt 268,78 Kilometer zurückgelegt. Mit seinen Läufen hat er auf die Lebenssituation vieler Bedürftiger in uu.serer Stadt, Kinder und Erwachsene, aufmerksam gemacht und diese finanziell von dem erlaufenen Geld unterstützt. Viele Menschen konnte er Halt und konkrete Hilfe geben. Über Spenden zur weiteren Unterstützung des Projektes LebensWert würde sich Pater Tobias sehr freuen.

Videolink: http://mysports.tv/events/BM10/redirect.asp?r=5840

Pater Tobias beim 37. Berlin-Marathon 2010

 

 

100 km Ultramarathon geschafft

 

In Biel angekommen, wurden erst einmal die Startunterlagen abgeholt. Eine kleine Marathonmesse war im Umfeld aufgebaut. War aber nicht der Renner. Frau Helga Euskirchen, eine gute Bekannte von mir, verteilte in den nächsten Tagen Flyer für meinen Spendenaufruf.

Am Freitagabend um 22.00 Uhr ging es dann an den Start. Ein paar Interviews für den Bieler-TV-Sender und die Spannung stieg gewaltig. Dann fiel der Startschuss und es ging langsam los. Zu Beginn habe ich einfach zu viel Gas gegeben. Bei km 21 hatte ich schon fast meine Bestzeit zu Marathonzeiten erreicht. Also deutlich bremsen um die Distanz von 100 km zu schaffen. Der Lauf war schon sehr hart. Nach 26 km bekam ich schon die ersten Schwierigkeiten mit meinem rechten Bein. Ging aber vorüber.

Es war eine sehr laue Nacht, einfach schön zum laufen. Mein Auszubildender Frank Kreppert hat mich bei meinem Lauf mit dem Fahrrad begleitet. Einige Strecken konnte er aber nicht mitfahren, da es in der dunklen Nacht über schmale Feldwege und über Waldwege führte.

Die ersten Kilometer ging es durch die Stadt, wo viele Menschen klein und groß am Straßenrand uns anfeuerten. Eigentlich war das in jedem Dorf so. Kleinere Dörfer hatten in dieser "Nacht der Nächte" kleinere Volksfeste gefeiert. Wunderbar und für uns Läufer ein großer Ansporn weiter zu laufen. Der ganze Lauf war sehr unregelmäßig mit Höhenunterschiede von 300 bis teilweise 900 Metern. Alle 5 km gab es Getränkesstände, darauf hatte ich mich immer konzentriert. Jedes nächste 5-Kilometer-Schild hatte ich im Visier. Meine Beleitung hatte dann die persönliche Verpflegung (kleine Snacks etc.) dabei. Aber manchmal ging mir Frank aber auch auf den Zwirn. Wenn er immer hinter mir herfuhr, als ob er mich treiben wollte. Ein kleiner ernster Blick und er fuhr 500 Meter dann vor mir her. Ich brauchte beim Laufen meine Ruhe. Irgendwann hat er mich wohl übersehen und hat mich fast zwei Stunden gesucht. Zwei Stunden ohne meine persönliche Verpflegung macht mich ziemlich nervös, außerdem wusste ich nicht wo meine Begleitung geblieben war. Dann beim Getränkestand bei km 55 trafen wir uns wieder. Ich weiß nicht, wer auf wen aufpassen musste? Der Sonnenaufgang war einfach toll, die Landschaft unglaublich schön. Das sind Erfahrungen, die die Schmerzen in den Beinen vergessen ließen. Ein Fotograf von sport-heute.ch hat mich auf den Weg mit seiner Frau begleitet und wunderschöne Fotos gemacht. Sind aber erst ab Dienstag mit Laufbericht auf dieser Internetseite zu sehen, bzw. zu lesen.

Die letzten 5 km waren für mich eine Qual, Schmerzen über Schmerzen im rechten Knöchel. Dann ins Ziel angekommen, musste ich erst einmal richtig heulen und brauchte ein paar Minuten für mich alleine. Ich habe es wirklich geschafft 100 Kilometer an einem Stück ohne Pause zu laufen. Und das mit einer Zeit von 12:26 Stunden. Als ich die Urkunde und Medaille bekam sah ich, dass ich den 506. Platz bei 1000 Männern belegt hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Für mich war das Ziel anzukommen. Nach einer kurzen Erholungsphase wurde ich dann ins Hotel gebracht. Bis auf eine kleine Schwellung im rechten Knöchel geht es mir gut.

Exclusivbericht zum Ultramarathon 2010 bei
www.sport-heute.ch 

hier zu finden (3 Teile)

Pater erteilt Seelsorgestunden in den Schulen

Pater Tobias erzählt und informiert. Eine Broschüre gibt es dazu auch:

Download

Der Projekt LebensWert Spenden-Marathon 2010

  • 20.03.2010 i n Steinfurt
    42,195 km Marathonlauf
  • 11.06.2010 in Biel/Schweiz
    100 km Ultra-Marathonlauf
  • 26.09.2010 in Berlin
    42,195 km Marathonlauf

Bei meinen drei Marathonläufen werde ich mit Gottes Hilfe 184,39 km Strecke hinter mich gebracht haben.
Unterstützen Sie das Projekt LebensWert und meinen Lauf durch Ihre Spende. Jeder Kilometer, für den Sie spenden, hilft uns bei unserer konkreten Arbeit für Bedürftige.

Jeder Kilometer hilft helfen

Als gemeinnütziges Projekt ist unser Projekt-Team auf Ihre Spende angewiesen. Jede Hilfe ist willkommen. Unser Spendenkonto fi nden Sie auf der Rückseite des Flyers. Werden Sie aktiv und damit Teil unseres Teams! Wir danken Ihnen im Namen derer, die wir unterstützen, für Ihr Engagement.

Interview mit Pater Tobias

Sie sind Prämonstratenser in der Abtei Hamborn, und jetzt fragen wir uns, welche Wege Sie hierher geführt haben?
Das ist ein ganz langer Weg, weil ich 5½ Jahre bei BMW als Einzelhandelskaufmann und Ausbilder gearbeitet habe, bevor ich hier in die Ordensgemeinschaft eingetreten bin. Ich bin nicht den direkten Weg, sondern über den 2. Bildungsweg gegangen. Ich habe dann 1987 das Abitur auf einem humanistischen Gymnasium in Neuss nachgemacht, und nach dem Abitur habe ich mich umgeschaut. Ich wollte Priester werden, ins Kloster gehen, nur welches Kloster, das wusste ich damals noch nicht.

Wie kam es dazu, dass Sie nach 5½ Jahren bei BMW Ihr Abitur nachmachten und schließlich Priester wurden?
Ich habe noch 6 Geschwister und bin auf dem Bauernhof groß geworden. Damals hatte ich als 15jähriger mit der Kirche eigentlich wenig zu tun. Meine Mutter ist zu dieser Zeit gestorben, und da habe ich den lieben Gott nicht mehr verstanden, wieso er so etwas zulassen kann und wollte auch nichts mehr großartig mit Gott zu tun haben. Ich bin zwar ab und zu in die Kirche gegangen, war auch Messdiener, aber eine Beziehung zu Gott hatte ich nicht mehr. Erst als 20/21jähriger kam ich dann wieder dazu, als mich der im Jahre 2007 verstorbene Pater Gottfried, der damals mein Heimatpfarrer auf Cappenberg war, eines Tages mal ansprach. Bei einem gemeinsamen Essen sprachen wir über Gott und die Welt. Irgendwann kam dann bei mir der Gedanke, mich zu verändern, also von BMW wegzukommen. Ich wollte BWL studieren, doch dazu musste ich erst einmal mein Abitur nachmachen. Pater Gottfried empfahl mir das Gymnasium in Neuss. Nach meinem Abitur reifte in mir der Gedanke, Ordensmann zu werden. Also, das Gespräch mit Pater Gottfried war der entscheidende Punkt, die Wende. Ich habe mich nicht von heute auf morgen entschieden Priester zu werden, mir ist auch nicht die Mutter Gottes erschienen, habe keine Visionen gehabt – Gott sei dank, sondern es ist ein innerer Prozess, eine Berufung.

Wieso wollten Sie nicht Weltpriester, sondern Ordensmann werden?
Ich wollte nie Weltpriester werden, sondern ich wollte in einer Gemeinschaft von Priestern leben. Zu den Prämonstratensern kam ich schließlich durch Pater Gottfried, wobei ich mir vorher auch andere Ordensgemeinschaften angesehen habe.

Wann haben Sie sich endgültig entschieden in die Abtei Hamborn einzutreten und wie verlief Ihr Weg dann?
Ich habe mich 1987 entschieden hier in die Abtei Hamborn einzutreten. Nach einem einjährigen Noviziat habe ich anschließend bis zu meinem Vordiplom in Innsbruck und danach in München Theologie und Philosophie studiert. 1993 habe ich das Studium mit dem Lizenziat der Theologie abgeschlossen und bin auch im gleichen Jahr zum Diakon geweiht worden. Kurz darauf bin ich wieder zurück nach München zurückgegangen. Dort war ich für 6 Monate an der Offiziersschule in Fürstenfeldbruck und für fast 8 Monate an der Universität der Bundeswehr in München im Bereich Militärseelsorge tätig. Ende Mai 1994 wurde ich hier in der Abtei zum Priester geweiht und eine Woche später war meine Primiz in meiner Heimatpfarrei Cappenberg. Auch hiernach bin ich wieder zurück nach München gegangen und habe die Aufgabe als Militärpfarrer im Nebenamt übernommen.

Sie sagten vorhin, dass Sie in Essen als Militärseelsorger tätig waren – wie kommt es, dass Sie das nicht mehr in München machten bzw. seit wann sind Sie denn richtig hier in Hamborn?
Im Sommer 1995, nachdem im Frühjahr die Abtwahl war, kam der Anruf von Abt Albert, „Tobias, wir möchten gerne, dass Du Prior, mein Stellvertreter, wirst.“ Naja, ich habe dann eine Nacht überlegt und am nächsten Tag angerufen, dass ich wieder nach Duisburg zurückkomme. Ich bin schließlich auch hier eingetreten und nicht in München. Ich habe München wirklich mit weinenden Augen verlassen. So war ich dann von 01.08.1995 bis 01.08.2004 Prior der Abtei und von 1995 bis 2004 als Militärseelsorger in Essen, später noch für ein halbes Jahr in Wesel, tätig.

Jetzt haben Sie ganz viel von Ihrer Aufgabe in Essen erzählt. Aber was macht Pater Tobias denn als  Kämmerer der Abtei Hamborn?
Als Kämmerer habe ich dafür zu sorgen, dass das Haus, dessen äußerer Zustand und der Fuhrpark in Ordnung gehalten werden. Von 2007 bis 2009 wurde unser Kreuzgang für 218.000,00 EURO renoviert. Auch das musste ich als Kämmerer organisieren. Auch betreue ich die Mitbrüder in finanzieller Hinsicht. Ich führe die Konten, in die alle Gehälter eingehen. Ein Teil wird für die Mitbrüder für die Altersversorgung angelegt, da wir im Alter keine Rente erhalten. Meine Sekretärin, Frau Höffner, steht mir bei meiner Arbeit zur Seite. Sie macht die Buchhaltung, die Lohn- und Gehaltsabrechnungen, gemeinsam mit unserem Steuerbüro. 2010 haben wir unser Kloster durch einen Neubau erweitert. Wir benötigten dringend weitere Zimmer für unsere jungen Mitbrüder. Auch benötigen wir behindertengerechte Zimmer, unsere Mitbrüder werden langsam auch älter und müssen vielleicht auch gepflegt werden.

Neben Ihren Studien haben Sie auch noch etwas anders gelernt.
Ja, ich habe noch zwei zusätzliche Ausbildungen durch Fernstudien absolviert. 2½ Jahre habe ich eine Ausbildung im Bereich Changemanagement in Freising gemacht. Dort ging es in erster Linie um Personalentwicklung/Persönlichkeitsentwicklung und Selbstentwicklung. Heute kommen Führungskräfte zu mir, die ausgebrannt sind oder auch andere Probleme haben, sie begleite ich langfristig und versuche sie wieder FIT zu machen. Der Bischof von Essen hat mich 2006 zum „Geistlichen Berater“ des Bundes der Katholischen Unternehmer (BKU) ernannt. Ein zweites 2½jähriges Fernstudium habe ich am Institut für Publizistik in München als Journalist gemacht. Seit 1995 bin ich Chefredakteur und Herausgeber des Ethik-Life-Style-Magazins „VorSicht-Kult(o)ur“. Fünf Redakteure (freie Journalisten), eine Bürokraft und eine Agentur stehen mir zur Erstellung dieses Magazins zur Verfügung.

Seit 2002 waren Sie Leiter des Abteizentrums Hamborn, davon hat man sehr viel in den Medien gelesen. Ende November haben Sie diese Aufgabe aufgegeben. Warum?
Meine Aufgabe war es das Haus mit „Leben“ zu füllen. Abt Albert hat mich 2002 als Leiter des Abteizentrums, welches der Katholischen Kirchengemeinde St. Johann gehört, eingesetzt. Mit einem guten Team, haben wir das Abteizentrum aufgebaut. Ein Tagungs- und Kulturzentrum und ein Tourismusbüro eingerichtet, Einkehrtage und Besinnungstage durchgeführt. Den Klosterladen (Klostervertriebsgesellschaft mbH) habe ich am 15.12.2007 aufgebaut. Er wird jetzt von einem Mitarbeiter des Klosters weitergeführt. Meine Aufgabe, das Haus mit „Leben“ zu füllen, hat sich also erfüllt und die Arbeit war soweit getan. Jetzt müssen es andere wirtschaftlich weiterführen.

In den Zeitungen liest man viel über Ihr Projekt LebensWert, was hat es damit auf sich?
Die Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH habe ich am 01.03.2007 gegründet, und gleichzeitig bin ich auch der Geschäftsführer. Unsere Büros findet man, An der Abtei 42, nicht weit von der Abtei entfernt. Zu dieser gemeinnützigen GmbH gehören: Seelsorgliche Begleitung von Führungskräften, Einkehr- und Besinnungstage, Magazin „VorSicht-Kult(o)ur, Tourismusbüro und das Projekt LebensWert, Rat und Tat für Bedürftige.  
Mit Hilfe der Stiftung Deichmann konnten wir das Projekt LebensWert, Rat und Tat für Bedürftige aufbauen. Die Stiftung finanziert uns zwei Sozialarbeiterinnen. Uns geht es darum bedürftige Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Frau Albayrak leitet das Büro. Eine zweite Beratungs- und Begegnungsstätte haben wir im Mai 2010 auf der Holtener Str. 212 in Duisburg Neumühl eingerichtet. Auch bildet das Projekt LebensWert junge Menschen in 3 Jahren zum Veranstaltungskaufmann aus. Näheres findet man auch auf der Internetseite: www.projekt-lebenswert.de.

Für ihre Arbeit erhielten Sie schon mehrere Auszeichnungen. Welche?

2007 erhielt ich von pro-Duisburg e.V. den Kaisermünzenpreis. Eine Hohe Auszeichnung, die jedes Jahr verliehen wird. Und im Jahre 2010 hat der Bezirksbürgermeister von Hamborn mir die Ehrennadel für die Aktivitäten des Projektes LebensWert verliehen.

Und wie sieht es bei der Fülle von Aufgaben mit Ihrer Freizeit aus?
Freizeit habe ich kaum. Der Tag endet für mich so um 23.30 Uhr. Morgens um 5 vor 6 Uhr beginnt für mich der Tag. Festgesetzte Zeiten sind in unserem Kloster die Gebetszeiten: 7.15 Uhr Frühchor, 12.30 Uhr Mittagshore und um 18.15 Uhr die Vesper, die ich versuche einzuhalten. Es gibt auch keinen freien Tag in der Woche. Wenn ich mal ausgepowert bin, nehme ich mir auch schon mal Zeit um aufzutanken. Ansonsten treibe ich sehr viel Sport. Seit 2006 laufe ich Marathon (42,195 km). 3-5 Mal im Jahr nehme ich an Marathon-Wettkämpfen teil. Meine Bestzeit liegt bei 3:36 Std. Mein Ziel ist 3:00 Std. zu erreichen. Ein Highlight war für mich der New-York-Marathon am 2. November 2008. Ein Sportmediziner und ein Diagnostikinstitut in Essen begleiten mich. Mein Trainingsplan umfasst 80 -120 km in der Woche. Die laufe ich immer zwischendurch, wenn es die Zeit erlaubt. Aber es hält mich FIT für die seelsorglichen Aufgaben, auch die, die noch auf mich zukommen. Beim Laufen bekomme ich einen freien Kopf, kann Stress abbauen und komme auf neue Ideen. Mein längster Lauf war der Ultramarathon (100 km) in Biel/Schweiz 2010. Alle Läufe, die ich mache, sind Sponsorenläufe. Das erlaufene Geld kommt bedürftigen Menschen zu Gute. Weitere Informationen können Sie auch auf meiner Internetseite: www.pater-tobias.de sehen.

Und jetzt sind Sie seit dem 01.12.2008 Pastor an Herz-Jesu in Neumühl.
Der Bischof von Essen, Dr. Felix Genn, bat Abt Albert darum, zwei Mitbrüder für die Seelsorge in den benachbarten Gemeinden einzusetzen. Darauf fragte Abt Albert mich, ob ich mir vorstellen könnte, an Herz-Jesu Pastor zu werden. Nach einigen Überlegungen habe ich zugestimmt. Und ich habe es bisher nicht bereut.

 

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